Unterbau

Der Bau einer Anlage beginnt mit der Unterkonstruktion. Früher wurden dazu vier Füße an eine Sperrholz- oder Tischlerplatte montiert und damit war dieses Thema erstmal erledigt. Heute wird das anders gemacht:

Bei Profi Anlagen gibt es keine Grundplatte. Zuerst wird eine Unterkonstruktion in Rahmenbauweise erstellt:

An die Streben werden senkrechte Bretter geschraubt, die die Form des Landschaftsprofils haben. Von der Seite könnte sich also folgender Blick auf die Anlage ergeben:

Die Zwischenräume zwischen den senkrechten Streben werden mit Drahtgewebe oder stabilem Kunststoff-Fliegengitter überbrückt, das auf die Streben getackert wird. Das Drahtgewebe hat den Nachteil, dass es bei der weiteren Bearbeitung leicht rosten kann. Bei uns im Verein ist es sogar einmal vorgekommen, das wir auf dem Modul eine Roststelle hatten. Dies kann bei dem Kunststoffgewebe natürlich nicht passieren.

Wenn die Anlage etwas größer werden soll, ist es sinnvoll, mehrere Rahmen zu bauen, die miteinander verschraubt werden, damit die Anlage mal transportiert werden kann. Nicht nur in dem Fall ist es sinnvoll, Füße mit Rädern und Höhenverstellungen unter die Anlage zu bauen. Durch die Höhenregelung kann die Anlage ausgerichtet werden, falls der Boden nicht ganz grade ist. Die Räder haben nicht nur den Vorteil, dass die Anlage leichter bewegt werden kann, sondern man kann die Anlage auch etwas größer bauen. Größer? Ja, weil hinter der Anlage keinen Platz mehr bleiben muß, der verschenkt ist. Wenn man hinter die Anlage muß, wird sie einfach ein Stück nach vorn gerollt.

Der Unterbau für die Schienen
Unter die Schienen kommt das sogenannte Trassenbrett. Auf diesem Brett werden später die Schienen befestigt. Das Brett hat die Form der Gleise und steht rechts und links etwa 2 cm über die Gleise heraus. Für längere Graden eignen sich besonders Flexgleise, weil damit langsame, weiche Kurven gebaut werden können. Unter dem Trassenbrett werden Holzklötze befestigt, die für die richtige Höhe sorgen.

Dadurch, dass das Trassenbrett seitlich etwas übersteht, kann das Drahtgewebe an der Kante befestigt werden und die Landschaft kann einfach angeglichen werden.

In Bahnhöfen wird natürlich wieder mit einer durchgehenden Platte gearbeitet, da der Bahnhof grade in einer Ebene liegen muß. Die Trassenbretter für die Strecken auf der Anlage haben aber den Vorteil, dass man an keine Höhe gebunden ist und sich die Trasse frei durch die Landschaft bewegen kann. 

Auf dem Trassenbrett werden Korkgleisbetten verlegt:

Die Korkgleisbetten sollen für eine gewisse Geräuschdämmung sorgen, haben aber auch noch einen anderen Sinn: Die Bahndämme werden beim Vorbild aus Schotter aufgeschüttet. Das ist im Modell aber schlecht machbar. Deshalb werden dann die schrägen Kanten der Gleisbetten mit eingeschottert und man erhält den gewünschten Bahndamm.

Der Unterbau für die Landschaft
Auf das Gewebe kann man z.B. Gipsbinden legen, die vorher kurz in Wasser getaucht werden. Die Gipsbinden haben aber mehrere Nachteile: Sie sind recht schwer und teuer. Die Alternative sind Küchentücher. Sie werden auf das Gewebe gelegt und mit einem Wasser-Leim Gemisch eingesprüht. Für das Wasser-Leim Gemisch werden 5 Teile Wasser mit einem Teil Leim gemischt und es wird etwas Netzmittel oder Spülmittel dazugegeben. Das Netzmittel oder Spülmittel als Ersatz sollen die Oberflächenspannung des Wassers aufheben. Nachdem die Küchentücher mehrfach mit dem Gemisch eingesprüht wurden, sie sie hart.

Nachdem sie getrocknet sind, kann der Untergrund farblich gestaltet werden. Wenn aus der Fläche eine Wiese werden soll, wird mit braun gestrichen. Da später nicht jede Stelle 100 %ig mit Gras bedeckt ist und nichts weißes durchscheinen soll, ist dies wichtig.

So könnte das Papier aussehen, wenn es angemalt ist. Es braucht und soll nicht gleichmäßig sein, weil der Untergrund die Farbe immer etwas ändert.

2. Methode

In Zeitungen sieht man oft, dass die Profis (die mit Modellbau ihr Geld verdienen) Hartschaumplatten aus dem Baumarkt benutzen. Diese Platten werden am Bau zur Dämmung benutzt. Sie haben viele Vorteile: Sie sind leicht, stabil und man kann sie leicht bearbeiten. Der Nachteil dabei ist nur, dass es eine größere Sauerei gibt.

Die Platten kann man mit einem Teppich oder noch besser Küchenmesser schneiden. Ein altes Küchenmesser hat eine stabilere und längere Schneide als ein Teppichmesser. Für die feineren Arbeiten kann man mit Holzraspeln, Schnitzmessern und Stechbeiteln arbeiten.

Wer die Oberfläche in noch andere Formen bringen will: Setzen sie eine Drahtbürste in den Dremel. Mit der Bürste kann man die Strukturen sehr leicht ausarbeiten. Ich empfehle hier allerdings eine Staubschutzmaske, die man schon für 3 oder 4 Euro im Baumarkt erhält. Allerdings sollte man bei dieser Gestaltung nicht übertreiben, da man die Oberflächen sowieso noch mal über spachteln muß, damit man die Struktur der Platten verstecken kann.

Styropor Platten eignen sich nicht! Man kann sie schlecht bearbeiten. Wenn man sie mit einem Messer schneidet, brechen schnell größere Stücke aus. Styropor läßt sich zudem auch noch extrem schlecht kleben, die sie extrem empfindlich auf Lösungsmittel fast jeder Art reagieren. Streicht man sie mit dem falschen Kleber ein, gibt es riesige Löcher.

Sollte das mit den Hartschaumplatten auch passieren gibt es von Uhu einen speziellen Kleber: “Uhu Por” Dieser Kleber ist speziell zum Kleben von Styropor und Hartschaumplatten gedacht. Außerdem ist er nach dem Aushärten durchsichtig. Darauf sollte man bei Klebern für die Modellbahn besonders achten.

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