Signale

Hier sollen die Funktionen, Signalbilder und Standorte der DB Signale erklärt werden. Der Zweck der Signale ist ähnlich wie Verkehrsampeln. Sie regeln den Verkehr und sagen bei der DB, welcher Zug in den Bahnhof einfahren darf, wer ausfahren darf und wer es eben noch nicht darf. Dabei unterscheidet man zwischen Zugfahrten und Rangierfahrten.

Eine Rangierfahrt ist eine Zugbewegung, die den Bahnhof nicht verläßt. Eine Zugfahrt dagegen verläßt den Bahnhof. Die Hauptsignale sind im Normalfall nur für die Zugfahrten zuständig.

Auf alten Strecken findet man noch die Formsignale, auf neuen Strecken nur noch Lichtsignale:

Diese beiden Signalbilder werden bei der Bahn als HP0 bezeichnet. Sie bedeuten Halt.

Links ist das Formsignal, rechts das Lichtsignal.

Diese beiden Signale zeigen HP1 und sie bedeuten Fahrt. Der Zug darf also mit unveränderter Geschwindigkeit am Signal vorbei fahren.

Diese beiden Signale zeigen HP2. Das bedeutet Langsamfahrt und das steht in der Regel für 35 km/h. Wenn ein Zug durch die abzweigende Richtung einer Weiche fahren muß, darf er dies nur mit 35 km/h. Würde er hier mit 100 km/h einfahren, würde er vermutlich entgleisen.

Das Signal, das für ein Gleis zuständig ist, steht immer rechts vom Gleis oder bei Signalbrücken hängt es über dem Gleis. Es gibt Situationen, da ist dies nicht möglich, z.B. bei Strecken in den Bergen, wo sich rechts neben dem Gleis eine steile Felswand befindet, werden die Signale dann auf der linken Seite aufgebaut. Dann befindet sich rechts ein Hinweisschild, das auch als “Schachbretttafel” oder NE4 bezeichnet wird.

Anders als im Straßenverkehr ist es nicht möglich, das ein Zug innerhalb weniger Meter zum Stehen kommt. Dazu gibt es sogenannte Vorsignale. Sie haben keine andere Aufgabe, als dem Lokführer frühzeitig zu zeigen, wie das Hauptsignal steht, damit er evtl. Zeit zum Bremsen hat. Das Vorsignal zeigt dabei immer den Zustand, den das Hauptsignal hat. Dies kann bei der Verkabelung einer Modellbahn sehr gut ausgenutzt werden, indem man die beiden Signale zusammenschaltet.

Auch bei den Vorsignalen gibt es noch die alten Formsignale und die neuen Lichtsignale.

Dies ist das Signalbild VR0 – links wieder das Formsignal und rechts das Hauptsignal. Es zeigt, das das Hauptsignal Halt zeigt.

Diese beide Signale zeigen den Zustand VR1. Er bedeutet, dass das Hauptsignal Fahrt zeigt. Bei dem Formsignal wird die Scheibe waagerecht gestellt.

Diese beiden Vorsignale zeigen den Zustand VR2 und das bedeutet, dass das Hauptsignal HP2, also Langsamfahrt zeigt.

Die bis jetzt gezeigten Signale haben normalerweise nur Einfluß auf die Zugfahrten, also auf Züge, die sich außerhalb des Bahnhofs bewegen oder auf solche, die in den Bahnhof einfahren oder ihn verlassen wollen. In den Bahnhöfen mit Lichtsignalen sieht man öfter das Lichtsignal mit der Stellung HP00.

Diese Signalstellung heißt HP00 und bedeutet Halt für Rangier- und Zugfahrten. An diesem Signal darf KEIN Zug vorbeifahren.

Leider konnte ich den genauen Namen dieses Signalbildes nicht finden. Ich nehme jedoch an, dass es HP0 + SH1 heißt. Die rote Lampe ist noch an und hat die gleiche Bedeutung wie HP0. Die Zugfahrten dürfen hier also nicht weiter. Die beiden weißen oder gelben kleineren Lampen haben die gleiche Bedeutung wie das SH1 und erlauben es den Rangierfahrten vorbei zu fahren. SH1 ist ein Signalbegriff eines Gleissperrsignales. Diese Signale sind nur für den Rangierbetrieb zuständig.

Hier das Form- und das Licht- Gleissperrsignal. Sie erlauben oder verbieten die Ausfahrt aus Gleisen des Bahnhofs. Der hier gezeigte Zustand heißt Sh 0 und bedeutet: Halt.

Diese Signale zeigen SH 1 und geben damit die Fahrt für Rangierfahrten frei.

Zugbeeinflussung

Bei der Bahn befindet sich bei Signalen eine Indusi am Gleis. Die Indusi ist ein Elektromagnet, der bei Halt zeigendem Signal eingeschaltet wird. Wenn die Lok über die Indusi fährt, wird ein Sensor unter der Lok ausgelöst, der eine Zwangsbremsung auslöst. Eine Lok hat zwei dieser Sensoren: Einen rechts und einen links. Es wird aber immer nur der genutzt, der sich in Fahrtrichtung rechts befindet.

Beim Modell ist das alles viel einfacher. Die Hauptsignale haben eine Zugbeeinflussung, die Vorsignale selbstverständlich nicht, weil sie nur den Zustand des Hauptsignals anzeigen. Bei den Formsignalen z.B. von der Firma Viessmann, hat man für die Zugbeeinflussung einen Kontakt. Eine Seite der Schiene wird vor dem Signal zweimal getrennt. Zum Trennen kann man einmal eine Trennscheibe in einem Fräser benutzen (Dremel, Proxxon, Minicraft, …) oder man benutzt die Isoliergleisverbinder. Das Ansägen der Schienen funktioniert nicht bei Märklin!!! Da müsste man dann beide Seiten der Schiene trennen. Für Märklin Gleise gibt es Isolierplättchen, die den Mittelleiter unterbrechen. Der Mittelleiter kann angeschlossen werden, wenn man unter den Schienen die Farbe etwas abschleift und am freiwerden Metall ein Kabel anlötet.

Die Länge des abgetrennten Bereichs ist abhängig von den Zügen, die darauf fahren sollen. Wenn man nur Züge fahren lassen will, die mit der Lok vorne fahren, reicht es wenn man 20 – 30 cm abtrennt. Wenn die Lok hinten ist, kann man den Bereich länger lassen. Es gibt auch die Idee, für Wendezüge, die Stromversorgung der Lok durch den Zug zu legen und den Strom im Steuerwagen abzunehmen. Dies ist aber aufwendig.

Um die Stromversorgung der restlichen Gleise zu verbessern sollte man ein Kabel vor der ersten Trennstelle und hinter der Zweiten anlöten. Von diesem Kabel kann man dann auch gleich eine Verbindung zu dem Kontakt im Signal legen. Der Ausgang des Kontaktes wird an das abgetrennte Stück Schiene gelötet. Ist das Signal grün, kann man in dem Bereich fahren, ist es rot, ist die Verbindung unterbrochen und man kann einen Zug in dem Bereich abstellen.

ACHTUNG: Wenn Kabel am Gleis angelötet werden, immer außen löten, weil innen die Spurkränze der Räder laufen und diese über das Kabel rollen und die Wagen springen würden.

Der einzige Nachteil dieser Methode besteht darin, dass man beim Vorbild problemlos rückwärts an dem Signal vorbei fahren kann, wenn es halt zeigt. Dies kann man bei der Schaltung nicht. Man müßte entgegen dem Vorbild das Signal auf grün schalten, damit man daran vorbei fahren kann. Dies kann durch den Einsatz einer Diode verhindert werden. Der Nachteil, der dabei entsteht ist allerdings schlimmer: Wenn man den Trafo rückwärts dreht, um im Bahnhof zu Rangieren, fahren alle Züge los, die eigentlich vor roten Signalen stehen. Eine Alternative wäre ein Taster im Stellpult, der parallel zum Kontakt im Signal geschaltet ist und dann kann man, solange man den Taster drückt, an dem halt zeigenden Signal rückwärts vorbei fahren. Ein Schalter sollte dafür nicht benutzt werden, weil dann andere Züge nicht halten, wenn man vergißt den Schalter wieder zurück zu schalten.

Bei uns im Verein werden die Signale immer auf grün geschaltet. Die Weichenstraßen Steuerungen schalten die Signale, die rückwärts im Fahrweg liegen auch immer mit auf grün.

Einige Modellbahner sagen jedoch, dass die Zugbeeinflussung unsinnig ist, weil ein Lokführer beim Vorbild auch vor dem roten Signal halten muß. Das bedeutet, dass man nichts trennen muß und der Kontakt im Signal nicht angeschlossen werden muß. Dadurch wird ein Vorbildgerechter Betrieb ermöglicht – man kann nur keine Züge mehr abstellen.

Die Frage nach der Zugbeeinflussung ist immer ein Kompromiss. Man muß sich selber überlegen, wie man fahren möchte.

Standorte von Signalen

Zuerstmal muß ein Zug in einen Bahnhof einfahren können. Dazu steht ca. 500 m vor dem Bahnhof ein Einfahrtsignal. Dies ist ein ganz normales Hauptsignal. Wenn der Zug grade zum Bahnhof fahren kann und er einfahren darf, zeigt es HP1. Muß der Zug durch das abzweigende Gleis einer Weiche fahren, dann zeigt es HP2.
Wenn der Zug im Bahnhof angekommen ist, dann hält er normalerweise am Bahnsteig. Hinter dem Bahnsteig steht das Ausfahrtsignal – auch ein Hauptsignal.

Will jetzt z.B. ein Güterzug durch den Bahnhof fahren, ist es schlecht, wenn er anhalten muss. Dazu steht ein Vorsignal bei dem Einfahrtsignal. Dieses zeigt dem Lokführer, ob er schon die Ausfahrt aus dem Bahnhof hat.

Bei zweigleisigen Strecken gilt in der Regel, wie auch auf der Straße: Rechtsverkehr – Die Züge benutzen also meist das in Fahrtrichtung rechte Gleis. Es gibt auch Strecken, wo dies nicht festgelegt ist. Ob jetzt Rechtsverkehr ist oder nicht, stehen bei 2 gleisigen Strecken auch 2 Einfahrtsignale auf jeder Seite des Bahnhofs. Handelt es sich um eine Strecke mit Rechtsverkehr, wird das Signal auf der linken Seite auch als Falschfahrsignal bezeichnet. Bei Bauarbeiten oder ähnlichem kann das andere Gleis dann für den gesamten Verkehr genutzt werden.

Die Gleissperrsignale sind nur für den Rangierverkehr zuständig und kommen somit nicht außerhalb des Bahnhofs vor. Sie stehen in der Regel an Abstellgleisen oder an den Enden der Bahnsteige, um dort den Rangierverkehr zu regeln, bei Lichtsignalen ist das einfacher, weil es da kombinierte Signale gibt, wo das SH Signal mit im Hauptsignal integriert ist. Die Lichtgleissperrsignale gibt es in einer flachen und in einer hohen Ausführung. Das Signal selbst ist dabei unverändert, nur das eine ist an einem Masten angebracht und das andere steht nur wenige Zentimeter über dem Boden.

Hinweise für die Modellbahn
Wenn die Gleissperrsignale in Bahnhöfen eingesetzt werden, hat man bei Formsignalen auch normalerweise einen Schaltkontakt für die Zugbeeinflussung. Bei Lichtsignalen benötigt man zur Ansteuerung ein Relais oder einen elektronischen Baustein, der auch einen solchen Schaltausgang haben sollte.
Der Schaltausgang des Gleissperrsignals kann mit dem Kontakt des Hauptsignals parallel geschaltet werden. Dann kann man an den Signalen vorbei fahren, wenn entweder das Hauptsignal oder das Gleissperrsignal die Fahrt frei gibt.

Wer mehr über Signale wissen möchte, findet eine gute Übersicht in:

Andreas Braun
Signale der deutschen Eisenbahnen
GeraMond Verlag    ISBN: 3-932785-14-2

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