Gips gießen

Auf dieser Seite soll beschrieben werden, wie man mit Hilfe von Silikon Formen Gipsteile gießen kann. Diese Seite ist auch für diejenigen hilfreich, die eine Form selbst erstellen wollen.

Silikon Formen gibt es inzwischen von verschiedenen Herstellern. An erster Stelle ist da sicher die Werkstatt Spörle zu nennen. Diese Firma bietet sehr viele verschiedene Formen an, die zusammen wie ein Baukasten System alle Bedürfnisse des Modellbahners abdecken.

Eine Internetseite ist mir noch nicht bekannt. Sollte jemand Informationen haben, bitte melden.

Die Adresse der Firma:

Werkstatt Spörle
Belsenstraße 19
40545 Düsseldorf

Tel: 02103-287841
Fax: 02103-287842

klaus.spoerle@t-online.de

Hier eine Form von der Werkstatt Spörle. Dies ist eine Tunnelinnenwand mit Rücktrittnischen Nr. 6301. Ein Bild vom Gußteil finden sie etwas weiter unten.

Und hier eine Form von Woodland Scenics zum Gießen von Felsen

Vor dem Gießen

Vor dem Gießen muss die Form mit Netzmittel eingepinselt werden. Dieses Netzmittel bekommt man im Maler Bedarf von der Firma Lukas Nr. 2255. Das Netzmittel ist im Verhältnis 1:5 mit Wasser zu verdünnen. In der Anleitung der Werkstatt Spörle steht 1:2. Ich habe allerdings bessere Ergebnisse mit höherer Verdünnung bekommen. Das verdünnte Netzmittel wird mit einem Pinsel grob in der Form verteilt. Es soll die Oberflächenspannung auflösen, damit sich in der Form keine Blasen bilden.

Vor dem Gießen kann man die Form noch mal kurz ausschütteln, damit keine großen Mengen Netzmittel in der Form stehen.

Der Gips

Benutzen sie am besten Modellgips. Der Gips sollte nicht zu lange stehen, weil er dann Wasser zieht und nicht mehr so fest wird. Also lieber eine kleine Tüte kaufen und bei Bedarf noch einmal neuen Gips holen.

Den Gips mit Wasser anrühren und zwar so, dass er eine Konsistenz wie flüssige Sahne erhält. Achten sie unbedingt darauf, dass keine Klumpen in dem Gips sind, da feste Klumpen nicht die Oberfläche der Form annehmen. Mein Tipp: Ich nehme ein altes Gemüse Glas mit Schraubverschluss und fülle den Gips und das Wasser ein, schraube den Deckel drauf und schüttele das Ganze gut durch. Wenn man noch einen Satz Gipsteile gießen will, Glas und Gewinde gut sauber machen.

Gießen sie die Form langsam bis zur Oberkante mit Gips voll. Die Formen sollten glatt aufliegen und auf einem waagerechten Untergrund stehen. Klopfen sie mit dem Finger an die Form, erst mal an den Ecken und Kanten, dann an den Seiten. Dies dient dazu die eingeschlossene Luft aus der Form zu bringen. Der Gips fließt dann richtig schön in die Ecken.

ACHTUNG!!! GIPS TROCKNET AUCH UNTER WASSER!!! ALSO DEN BECHER ZUM GIPS ANRÜHREN NICHT IM WASCHBECKEN AUSWASCHEN!!! DIE ROHRE VERSTOPFEN!!! LIEBER IN EINEM EIMER AUSWASCHEN UND DANN DEN GIPS IRGENDWO IM BEET ODER SO TROCKNEN LASSEN. GIPS IST EIN NATURPRODUKT UND KANN DA ALSO WENIG SCHADEN. ES SCHADET NUR IN DEN ABFLUSSROHREN!!!

Die folgenden Zeitangaben gelten bei Raumtemperatur (15 – 20 Grad). 5 Minuten nach dem sie den Gips in die Form gegossen haben, kann man die Rückseite des Gußteils mit einem breiten Spachtel abziehen. Dies ist wichtig, damit man die Gußteile später besser und vor allem gerade aufkleben kann.

Nachdem man die Rückseite der Form glatt gezogen hat, dauert es 30 Minuten bis das Gußteil so fest ist, dass man es entnehmen kann. Man kann zwar auch 45 Minuten warten, man sollte das Teil aber auch nicht zu lange in der Form lassen.

Die Teile immer vorsichtig aus der Form nehmen! Nicht nur wegen dem Gußteil sondern vor allem wegen der Form. Die Formen sind zwar sehr flexibel, können aber besonders an den dicken Kanten einreißen. Zum Entformen erst mal alle Seiten leicht abziehen. Nicht die Form umkrempeln oder die Teile rauspellen!

Hier das Gußteil aus der oben gezeigten Form.

Nachdem sie das Gussteil aus der Form entnommen haben, ist es noch sehr feucht. Legen sie es auf einen glatten Untergrund und lassen sie es an einer warmen Stelle stehen. Am besten Zeitungspapier drunter legen. Küchenpapier funktioniert nicht so gut.

Nach ca. 2 Tagen merkt man dann, wenn man die Platten anfasst, dass sie sich nicht mehr so kalt anfühlen. Dann sind die Platten trocken. Außerdem werden sie dann auch sehr leicht.

Man kann die Gipsplatten sehr leicht bearbeiten. Dazu eignen sich Schraubendreher, Reißnadeln, Zahnarztwerkzeuge, wie man sie z.B. auf der Intermodellbau in Dortmund kaufen kann, und natürlich der Dremel mit einem Fräser.

Aber Achtung! Gips lässt sich mit einem Fräser bearbeiten wie weiche Butter! Also sehr vorsichtig anfangen. Und das ganze an einem Ort, der Dreck vertragen kann. Gips fräsen gibt einen sehr feinen Staub.

Aus verschiedenen Gußteilen lassen sich dann z.B. schöne Tunneleingänge gestalten. Hier ein Tunneleingang von meiner Anlage im unbemalten Zustand.

Gipsplatten

Wenn man auf der ModellbahnStützmauern und Co. haben möchte, kann man entweder die Strukturplatten von Heki, Noch und Busch kaufen oder man kann sich selber welche gießen. Hier mal ein Beispiel einer Gipsplatte und der zugehörigen Form.

Um diese Platten zu schneiden gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dekopier- oder Laubsägen sind meist nur nach einem Umbau der Sägeblattführungen für einen geraden Schnitt zu gebrauchen. Ich habe auch schon ähnliche Platten mit einer Stichsäge gesägt. Das sind aber sehr komplizierte Möglichkeiten. Außerdem kann man dabei die Platten sehr leicht durchbrechen. Besonders auf einer Dekopiersäge. Wenn man nämlich einen Moment nicht aufpasst, kann das Gußteil kurz hoch kommen und es zerbricht dann meist, wenn es wieder auf der Arbeitsfläche der Säge auftrifft. Deshalb sind Band- oder Kreissägen besser geeignet. Es gibt extra für den Modellbau kleine Band- und Kreissägen z.B. von Proxxon.

Die einfachste Variante bei diesen Platten ist allerdings folgende. Nehmen sie eine Reißnadel oder einen Schlitzschraubendreher und ein Lineal. Legen sie das Lineal so an, wie sie den Schnitt legen möchten. Ritzen sie die Platte mit dem Werkzeug am Lineal entlang ein paar mal ein, bis sich eine Rille ergibt. Dann legen sie die Rille an eine Tischkante. Die Rille parallel zur Tischkante und dann brechen sie die Platte mit einem vorsichtigen Ruck ab. Wenn man die Platte vorher schön eingeritzt hat, kann man die Platten so sehr sauber und relativ gefahrlos brechen. Mit dem runden Metallteil des Schraubendrehers kann man ein paar mal über die Kante ziehen, um den Grat vom Brechen zu entfernen.

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