Elektrostat

Wenn in Modellbahnzeitungen professionelle Modellbahnanlagen gezeigt werden, so sind diese oftmals mit Wildgras oder Wildgrasmatten begrünt.

Diese Matten, sind zwar sehr schön aber auch sehr teuer und sehr schwer einzubauen. Leider kann einem keiner wirkliche Tipps geben, wie das funktioniert. Das Problem bei den Matten ist nämlich, dass sie sehr dick sind und die Fläche, die grün werden soll um ca. 4 – 5 mm abgesenkt werden muss. Dabei entstehen immer sehr harte und hässliche Kanten. Leider kann einem da weder ein Rasierer noch irgendetwas anderes wirklich helfen.

Da die Matten wie gesagt auch sehr teuer sind, sind wir wieder davon weg gegangen und haben nach einer Alternative gesucht und sie auch gefunden: ein elektrostatisches Bagrasungsgerät.

Bei diesen Geräten wird ein Metallgitter an eine Hochspannung angeschlossen und die Fasern werden mit Hochspannung, senkrecht in den Untergrund eingeschossen.

Die Vorteile:
Die Grasfasern z.B. Heki Wildgras stehen senkrecht im Untergrund, es gibt wunderschöne Kanten, Wegränder und Übergänge. Und im Selbstbau ist das Ganze schon für ein paar Euro zu haben.

Wie funktioniert das begrasen?
Die selbstgebauten Geräte bestehen im Wesentlichen aus einem Teesieb an einer Holzleiste. In das Sieb werden Grasfasern gefüllt – keine Flocken.

Der Untergrund, der begrünt werden soll, wird mit Leim eingestrichen.

Nun wird das Sieb unter Hochspannung gebracht. Geht man mit dem Sieb jetzt ca. 10 cm über die Leimfläche und schüttelt das Sieb, dann werden die Fasern in den Untergrund eingeschossen.

Am besten eignen sich lange Wildgras Fasern. Sie ermöglichen die besten Effekte.

Ein Feld das ich zum Test gebaut habe. Rechts das Gras hat einen Untergrund aus gelben Fasern. Ich versuche immer verschiedene Fasren zu mischen. Das gibt ein besseres Ergebnis. Ein Tipp: Die Fasern im Sieb mischen. Einfach nur die Sorten ins Sieb schütten, nicht umrühren. Kippt man eine Mischung in einem Topf zusammen, rührt diese um und nutzt diese Mischung für jede Wiese, dann wird alles eintönig gleich. Kippt man aber verschiedene Sorten in das Sieb, reicht diese Mischung auch nur für einen kleinen Teil und da die Fasern nicht gleichmässig aus dem Sieb fallen, ändert sich die Farbe und Art der Fasern beim aufschießen immer ganz leicht, so bekommt man hellere Stellen und dunklere. Einfach mal experimentieren.

           !!! Sicherheitsregeln  !!!

  • Im Betrieb niemals das Sieb anfassen nur am Ende der Holzleiste
  • Im Betrieb niemals dem Sieb mit dem Gesicht oder den Händen zu nahe kommen
  • Im Betrieb niemals Grasfasern nachfüllen
  • Im Betrieb auch von den Kabeln fernhalten
  • Das Gerät ist kein Spielzeug!!! Es gehört nicht in Kinderhände!!! Auch nicht unter Aufsicht!!!
  • Wenn man das Sieb nachfüllen will, Trafo ausschalten, mindestens 5 Sekunden warten und danach mit dem Sieb die Masse Klemme berühren. Erst danach Fasern nachfüllen oder das Sieb berühren.

Hier ein Foto von dem Gerät, wie ich es benutze. Der Trafo ist ein Restposten gewesen. Da er sehr schwer ist, kann man ihn nicht auf die Anlage stellen. .

Wo man einen einzelnen Hochspannungsgenerator her bekommt weiß ich auch nicht, weil es ein Restposten war, den Elsa-Elektronik noch hatte.

Hier mal die Ergebnisse meiner ersten Versuche:

Bei diesem Versuch ging es mir um mehrere Dinge. Einmal wollte ich den Übergang zwischen Untergrund und Grünzeug feststellen und dann sollte eine dickere Kante am Fuß der Mauer gestaltet werden.

Der gesamte Untergrund dieses Teststückes wurde mit Sand beklebt. Erst als der Sand trocken war, wurden eine dicke Leimschicht unten an der Mauer aufgetragen. In die Leimschicht wurde ein Nagel eingeschlagen (auf dem Bild zu sehen). An den Nagel wurde die Masse Klemme angeschlossen.

Dann wurden die Fasern in den frischen Leim eingeschossen.

Den Weg habe ich, trotzdem dass er trocken war mit einer Pappe abgedeckt.

Die Wiese wurde auf dem Sand aufgebracht. Dazu wurde der trockene Sand mit Leim eingestrichen, der Weg rechts wurde wieder etwas mit Pappe abgedeckt. Wie man ganz gut erkennen kann gibt es keinen harten Übergang zwischen Weg und Wiese.

Bei diesem Teststück habe ich vorne die kurzen Fasern verwendet und hinten die höheren. Dazu habe ich den aufgeleimten, trockenen Sand mit Leim bestrichen, den Weg mit einer Pappe etwas abgedeckt, und die komplette Fläche nur mit kurzen Fasern begrünt. Dann habe ich die Pappe etwas über die Kante geschoben und die langen Fasern aufgebracht. Wenn man die Pappe vorne etwas wellig schneidet und sie dann nicht direkt auf die andere Rasenfläche legt sondern ein kleines bisschen höher legt, wird der Rand schön unscharf und man erhält einen weichen Übergang.

Als alles trocken war habe ich mit etwas Acryl Farbe “blühende” Stellen in das Gras gebracht.

Wenn man farbige Fasern hätte, könnte man Löcher in eine Pappe schneiden und die farbigen Fasern durch die Löcher, in der Pappe, in den frischen Untergrund mit einbringen. Dadurch hätte man noch schönere Blütenfelder in der Wiese.

Jürgen Kunze hat mir ein Bild mit einer Wiese geschickt, in die er eine Heki Wiesengras Blumendekor Matte eingearbeitet hat.

Sie können unter der E-Mail Adresse

Fragen an Ihn schicken.

Newsletter Anmeldung
Die Newsletter werden über größere Änderungen auf der Internetseite informieren und über bevorstehende Ausstellungen und Aktionen der Eisenbahnfreunde (vermutlich max. 10 Mails pro Jahr).