Weichenstr.

Hier soll die einfache Weichenstraßenschaltung für Weichen mit elektromagnetischen Antrieben erklärt werden. Dabei wird nur eine Taste zur Einstellung der Weichenstraße benutzt. Zum besseren Verständnis planen wir hier die Weichenstraßensteuerung für einen kleinen Bahnhof mit folgendem Gleisplan:

Dazu machen wir jetzt folgende Liste um zu sehen, welche Weichen welcher Taster schalten muß.

Taster

Weiche 1 grün

Weiche 1 rot

Weiche 2 grün

Weiche 2 rot

T1

 

X

 

 

T2

X

 

X

 

T3

X

 

 

X

Aus dieser Tabelle können wir jetzt sehen, was ein Druck auf einen bestimmten Taster bewirken muß.

Noch ein Wort zu den Weichen: Ich benutze für die Weichenrichtungen immer die Bezeichnung von Märklin. Grün für grade und rot für Abzweig. Dies liegt nahe, da man durch den Abzweig nicht so schnell fahren darf.

Bei der Verdrahtung muß man nun aufpassen. Sehen sie sich die Spalten der Tabelle an. Jede Weiche, die ein X hat muß von dem Taster geschaltet werden. Dies ist unproblematisch, wenn ein X in der Spalte der Weiche ist. Sind zwei Xe enthalten wird es etwas schwieriger. Würde man die Weichen einfach so an den Taster anschließen, gäbe es Fehler in der Steuerung. Hier der Schaltplan:

Als Diode kann man z.B. den Typen 1N4001 einsetzen. Die Dioden werden bei den Weichenantrieben benötigt, die von mehreren Tastern angesteuert werden, also wo mehrere Xe in einer Spalte der Tabelle sind. Würde man die Dioden weg lassen und man drück den Taster T3, dann würde auch der Antrieb W2G geschaltet.

Der Ring an der Diode ist der Balken im Schaltzeichen.

Diese Schaltung eignet sich auch sehr gut, um bei Gleisharfen in Schattenbahnhöfen die Weichen zu stellen.

Es gibt allerdings eine Einschränkung: Bei dieser Steuerung werden alle Weichen gleichzeitig geschaltet. Dies kann bei langen Weichenstraßen Probleme mit sich bringen, da sehr viel Strom gebraucht wird. Gehen wir von 1 Ampere pro Weiche aus, sind dies bei 10 Weichen in der Weichenstraße schon 10 Ampere.

Wenn sie Gleichspannung zur Verfügung haben, können sie diese direkt benutzen. Sollte die Stromversorgung es nicht schaffen, schalten sie einen Kondensator und eine Diode mit in die Schaltung. Die Seite der Diode ohne Ring wird an den Pluspol des Netzteils angeschlossen. Der Kondensator wird mit dem Pluspol an die Diode angeschlossen (die Seite mit Ring). Dies ist auch gleichzeitig der Plus Anschluß der Weichenstraßenschaltung. Der Minus Anschluß des Kondensators wird an den Masseanschluß des Netzteils angeschlossen. Dies ist dann auch der negative Anschluß der Weichenstraßenschaltung. Achten sie bei der Diode darauf, dass sie mehr Strom aushält, als das Netzteil liefern kann. Der Kondensator zieht nämlich beim Einschalten sehr viel Strom. Rechnen sie bei der Diode mit dem 1,5-fachen der maximalen Ausgangsleistung des Netzteils. Die Diode braucht allerdings keine Kühlung, weil der Strom nur für sehr kurze Zeit fließt.

Haben sie Wechselspannung zur Verfügung, dann schalten sie einen Brückengleichrichter hinter den Trafo und dann einen Kondensator in die Ausgänge des Gleichrichters. Plus an den Pluspol des Gleichrichters und Minus an den Minuspol des Gleichrichters. Eine einzelne Diode tut es nicht. Es muß schon ein Brückengleichrichter sein. Die Weichenstraßenschaltung funktioniert nämlich nicht mit Wechselspannung. Die Weichenantriebe schalten mit Gleich- und Wechselspannung.

Achten sie beim Kondensator unbedingt auf die richtige Polung und die richtige Spannung!!! Bei Verpolung oder Überspannung kann der Kondensator explodieren!!!

Bei der Kapazität sollte man mit 500 uF pro Ampere rechnen. Haben sie also 10 Weichen, sollte man ca. 5 000 uF in den Ausgang schalten. In diesem Fall würde man einen Kondensator mit 4 700 uF einsetzen.

Die Spannung, die auf dem Kondensator steht sollte 10 % über der angelegten Spannung liegen. Benutzen sie einen Brückengleichrichter, denn multiplizieren sie den Wechselspannungswert mit 1,4 um die Spannung zu berechnen. Wenn sie also einen 16 V Trafo haben, ergibt das eine Spannung von 22,4 V also muß der Kondensator wenigstens 26 V haben. Mehr schadet nicht – weniger schon.

Ist die Weichenstraße zu lang, teilen sie sie auf. Machen sie z.B. bei einer Gleisharfe einen Taster in die Mitte der senkrechten Verbindung und alle Weichenstraßentaster unterhalb schalten nur bis zum Zwischentaster.

Noch ein Hinweis zur Stromversorgung: Benutzen sie unbedingt einen Lichttrafo. Ein Modellbahntrafo aus einer Startpackung reicht für drei oder 4 Weichen höchstens.

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