Gleisbild Stellpulte

Eigentlich alle Firmen, die Gleissysteme und Weichen herstellen, bieten Schalter zum Schalten von Weichen an. Am Bekanntesten sind da sicher die kleinen Stellpulte von Märklin. Mit jedem dieser Pulte können 4 Weichen gesteuert werden. Das nächste Pult wird seitlich an das Erste gesteckt und es brauchen nur noch die Weichen angeschlossen werden. Die Montage ist sehr einfach. Die Nachteile dieses Systems liegen sicherlich erstmal im Preis, weil die Stecker, die zum Anschluß an die Pulte notwendig sind, sehr teuer sind.

Der zweite und eigentlich wichtige Nachteil liegt in der schlechten Bedienbarkeit. Ich habe schon Anlagen mit 50 solcher Pulte gesehen und der Besitzer der Anlage erklärte mir, dass er nach 4 Wochen schon ziemlich überlegen müsse, welches Pult für welche Weiche ist.

Mit einem Gleisbild Stellpult (GBS) kann man dieses Problem umgehen. Dazu kommt noch ein weiterer Vorteil: Man sieht wie die Weichen stehen!

Bau eines Gleisbild Stellpultes
Am Einfachsten ist die Planung des Pultes im Computer, weil man da die Taster ganz leicht hin und her schieben kann. Bei Zeichenprogrammen, wie z.B. Corel Draw gibt es die Möglichkeit, Maße für Objekte einzugeben. Die Durchmesser der Taster, Schalter, Leuchtdioden mit Fassung usw werden ausgemessen. Dabei mißt man die breiteste Stelle des Bauteils, dies könnten z.B. die Spitzen der Montage Mutter sein. Es werden noch wenigstens 4 oder 5 mm im Durchmesser dazu gegeben und ein solches Teil im Computer gezeichnet. Das Messen ist sehr wichtig, wenn dabei ein Fehler gemacht wird, kann es an engen Stellen passieren, dass die Muttern der Taster später im Pult aneinander liegen und die Montage ist sehr schwierig.
Als nächstes wird das Pult als Rahmen eingezeichnet. Dies ist eine gute Orientierung und Beschränkung. Dann wird der Gleisplan eingezeichnet und die Taster, Leds und Schalter werden eingesetzt. Beim Bau der Pulte hat sich gezeigt, dass ein Fadenkreuz in den Tastern sehr sinnvoll ist, weil man dann beim Bohren leicht die Mitte findet. Die Ausleuchtungen der Weichen setze ich immer in die Gleise und die Taster daneben. Für die grade Richtung der Weiche benutze ich grüne Taster und Leds, für den Abzweig rote.

Der fertige Plan wird 1:1 ausgedruckt. Beim ersten mal ist es sinnvoll, mal ein Maß zu kontrollieren, ob es auch richtig ist. Dann wird der Plan auf dem Pult befestigt und die Löcher werden durch den Plan gebohrt. Auf die Bohrer Durchmesser achten!!!

Der Plan kann entfernt und die Bohrlöcher entgratet werden, damit die Fassungen der Leds fest sitzen und die Taster grade montiert werden können. Nun sollte man überlegen, wie es weiter geht, bevor man Taster oder Leds montiert.

Die Gleise können etweder auf das Pult gezeichnet werden oder aufgedruckt werden. Wenn man die Gleise einzeichnen möchte, beschafft man sich einen wasserfesten Folienschreiber. Das Pult muß fettfrei sein, damit der Stift gut hält, sonst lösen sich die Gleise auf. Die Leuchtdioden dienen dabei als Orientierungshilfe. Die Gefahr besteht darin, das sich die Farbe des Stiftes unter dem Lineal lang zieht und man häßliche Streifen kriegt. Ich habe bei einem Pult die Oberfläche mit Mattlack besprüht. Der wasserfeste Folienschreiber ist nicht resistent gegen das Lösungsmittel des Mattlacks und die Linie zieht sich etwas in die breite und sieht etwas verlaufen aus.

Die Variante ist der Ausdruck des Plans ohne Leds und Taster auf 160g Papier. Der Plan wird genau auf das Pult geklebt (gegen das Licht halten um zu sehen, ob die Bohrlöcher unter den Gleisen oder in den gedruckten Signalen liegen). Darüber wird selbstklebende Buchfolie geklebt, um den Druck zu schützen. Die Löcher werden mit einem Skalpellaufgeschnitten. Das Problem ist, das dies nicht einfach ist. Außerdem müssen die Kunststoff Led Fassungen eingeklebt werden und der Kleber zieht sich dann unter das Papier und das gibt Ränder. Ein Pult habe ich in dieser Technik gebaut:

Zur Stromversorgung
Man benötigt zuerstmal einen Trafo, der einen Wechselspannungsausgang mit einer Spannung von 16 V besitzt. Das kann z.B. ein Modellbahntrafo sein. Der Nachteil dieser Trafos besteht darin, dass sie im Vergleich zum Strom, den sie liefern können, zu teuer sind. Für die Beleuchtung und Beschaltung von größeren Anlagen empfehle ich Trafos aus dem Elektronik Handel. Wie z.B. Conrad, Völkner usw. Ein Trafo, den man hier bekommt, liefert für das gleiche Geld etwa 2 bis 3 mal so viel Strom. Natürlich hat man da kein schönes Gehäuse. Außerdem muß man beim Anschluß des Trafos die 230V Leitungen anschließen.


ACHTUNG!!!
Immer darauf achten, dass der Netzstecker gezogen ist!!! Außerdem sollte man beim Anschluß der 230 V Leitungen sehr sauber arbeiten, für eine gute Isolation und für einen Anschluß des Trafos an die Erde sorgen. Außerdem empfiehlt sich der Einsatz einer Sicherung in der 230 V Zuleitung des Trafos. 

Die Verkabelung
Der eine Pol der Wechselspannung wird mit einem Anschluß aller Weichentaster verbunden. Der andere Pol der Wechselspannung wird den Masse Anschlüssen aller Weichen verbunden. Bei Märklin ist das das gelbe Kabel, bei Fleischmann das schwarze, bei Roco Unterflurantrieben der mittlere Kontakt usw. Näheres finden Sie in der Anleitung Ihrer Weichen. Sie schalten einfach die Anschlüsse der Weichen zusammen, die zum Trafo geführt sind. Wenn dies alles erledigt ist, beginnt der eigentliche Anschluß der Weichen. Der freie Anschluß jedes Tasters wird mit dem zugehörigen Anschluß der Weiche verbunden. Einer nach dem Anderen. Ich empfehle, immer wenn eine Weiche angeschlossen ist, einmal die Weiche nach rechts und links zu schalten, um zu sehen, ob beide Leitungen funktionieren. Dabei kann auch gleich kontrolliert werden, ob die Weiche auch in die richtige Richtung schaltet. Wenn man erst alle Weichen angeschlossen hat, wird das Suchen der Fehler immer schwieriger, weil die Kabelbäume immer dicker werden.

Die Rückmeldung
Jetzt wäre es noch schön, wenn man die Lage der Weiche auf dem Pult sehen könnte. Wenn Sie Weichen mit einer Endabschaltung besitzen ist dies kein Problem.

Falls Sie nicht wissen, ob Ihre Weichen eine Endabschaltung haben, gibt es eine einfache Möglichkeit das herauszufinden. Schließen Sie eine Weiche an den Trafo an und schalten Sie die Weiche in eine Richtung. Was passiert, wenn die die gleiche Richtung nochmal schalten? Wenn der Antrieb brummt, hat die Weiche keine Endabschaltung, ist die Weiche ruhig, hat sie eine Endabschaltung und die Rückmeldung sollte funktionieren.

Man beschafft sich im Elektronik Laden Leds mit den dazugehörigen Kunststoff Fassungen und Widerstände mit 820 Ohm 1/4 Watt. Da es sich bei dieser Schaltung um Wechselspannung handelt, braucht man nicht auf die Polung der Leds achten. An ein Beinchen der Led wird ein Widerstand angelötet. Achtung: Nicht lange löten, weil die Leds sonst kaputt gehen! Die grüne Led mit ihrem Widerstand wird an die beiden Anschlüsse des roten Tasters angeschlossen. Auch hier gilt, dass die Taster Wärme empfindlich sind. Nicht zu lange löten und den Taster nicht betätigen, solange er noch heiß ist, weil sich sonst die Kontakte raus schieben und der Taster auf jeden Fall zerstört wird.

Zum Verständnis:
Warum die grüne Led an den roten Taster und umgekehrt? Diese Frage ist recht einfach zu klären. Dazu muß man sich zuerstmal den Weichenantrieb ansehen. In einem Antrieb befindet sich eine Schalter Mechanik. Wenn man die Weiche in eine Richtung geschaltet hat (z.B. grün), dann rutscht der Kontakt rüber und verbindet die Masse der roten Spule mit dem Masse Anschluß der Weiche. Wenn die Weiche auf grün geschaltet wurde, dann liegt der Antrieb für die Richtung rot an Masse. Der Strom, der durch die Spule des Antriebes zur Led fließt, reicht um diese zum Leuchten, aber den Antrieb nicht zum Schalten zu bringen. Der Antrieb kann von dem Strom auch nicht warm werden und es besteht keine Gefahr.

Bei Antrieben ohne Endabschaltung, funktioniert diese Rückmeldung nicht, weil sie den erwähnten Schalter nicht besitzen. Wird eine solche Weiche an diese Schaltung angeschlossen, leuchten immer beide Leds.

Bei diesem Pult wurden die Gleise und Signale mit einem wasserfesten Folienschreiber aufgemalt. Dazu sollte das Pult vorher fett frei sein und dann muß darauf geachtet werden, dass keine neuen Fingerabdrücke auf die Frontplatte kommen. Neben dem Pult liegt ein Handregler.

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