DKW schalten

Doppel-, Einfachkreuzungs- und Dreiwegweichen schalten

DKWs, EKWs und Dreiwegweichen unterscheiden sich eigentlich nur wenig voneinander. Der einzige Unterschied besteht eigentlich nur in der Tatsache, dass eine DKW vier Richtungen kennt und eine EKW oder Dreiwegweiche nur drei Richtungen schalten kann.

Beide Weichen besitzen jeweils zwei Antriebe. Und damit sind wir schon beim eigentlichen Problem angekommen. Wir wollen uns erst einmal nur ansehen, wie man die Weichen schaltet. Die Rückmeldung erfolgt völlig unabhängig davon und wird später erklärt.

Zuersteinmal muss man sich die Weiche genau ansehen. Um die vier Richtungen zu bezeichnen habe ich ein eigenes System, damit man dies auf den Gleisbildstellpulten gut verstehen kann:

Die Richtungen bezeichne ich mit grün für die waagerechte Durchfahrt (gesehen zur Vorderkante der Anlage), rot für die Senkrechte und gelb (oder blau) für die abknickenden Wege. Da die Richtungen später mit Leds angezeigt werden sollen, sollte man Farben benutzen, die man auch als Leds kriegen kann. Da man gelb oft für Lichtschalter braucht, kann man auch blaue Leds nehmen. Eine EKW hat nur einen Abzweigwinkel!

Im nächsten Schritt müssen wir uns einen Überblick verschaffen, wie die Antriebe angesteuert werden müssen, um die richtige Richtung zu bekommen. Dazu muss man beide Antriebe bezeichnen. Ich nehme da meist die Zahlen eins und zwei, man kann sie aber auch mit Buchstaben oder rechts / links usw. bezeichnen.

In der Zeichnung wurden die Antriebe nummeriert und die Bezeichnungen für die Schaltrichtungen eingetragen. Zur Verdeutlichung wurden Pfeile eingezeichnet, wie sich die Antriebe bewegen.

Diese Zeichnung ist wichtig, damit man beim Erstellen der folgenden Tabelle keine Fehler macht.

Die Steuerung, die wir zum Schalten der Weiche benötigen ist identisch, mit der einfachen Weichenstrassensteuerung, die ich unter Weichenstraße vorgestellt habe. Denn auch hier handelt es sich um eine -wenn auch ganz kurze – Weichenstrasse. Um eine bestimmte Durchfahrtrichtung der Weiche zu schalten, werden immer beide Antriebe benötigt, da bei jeder Stelleung beide Antriebe Einfluß auf die Durchfahrtrichtung haben.

Dies bedeutet: Wir haben 4 Richtungen und benötigen also 4 Taster für die 4 Richtungen

Jetzt zum Problem der Angelegenheit: Wir haben 4 Taster und insgesamt vier Leitungen, mit denen wir die Antriebe schalten können. Wie wir eben festgestellt haben müssen immer zwei Leitungen pro Tastendruck beeinflusst werden.

Und damit dies nicht zu einem Durcheinander führt, müssen Dioden in die Leitungen gesetzt werden.

Wozu die Dioden?

Dioden – nicht Leuchtdioden, sondern normale Dioden – haben die Funktion, Strom nur in eine Richtung durchzulassen.

Da an jedem Taster zwei Antriebe angeschlossen werden müssen, muss jede Steuerleitung eines Antriebes an zwei Taster geführt werden. Drücke ich nun auf einen Taster, würde eine Steuerleitung eines Antriebes bestromt werden und dadurch würde auch Strom zu dem anderen Taster fließen, der diese Steuerleitung auch benutzt. Wäre nur dieser Antrieb an dem zweiten Taster angeschlossen, so wäre dies kein Problem. Da aber auch hier noch ein zweiter Antrieb angeschlossen ist, würde dieser bei einem Druck auf den ersten Taster auch schalten und das wäre falsch.

Führt man jetzt die Leitungen vom Taster zur Weiche über eine Diode, kann nichts auf den anderen Taster zurückwirken und es können auch keine unbeteiligten Antriebsleitungen beeinflusst werden.

Nimmt man ein kleines Hilfmittel zur Hand, ist der Anschluß kein Problem.

Um den Anschluß der Weichenantriebe zu vereinfachen stellt man eine kleine Tabelle auf. In diese Tabelle werden alle Richtungen und alle Antriebssteuerleitungen eingetragen:

 

Antrieb 1 oben

Antrieb 1 unten

Antrieb 2 oben

Antrieb 2 unten

grün

X

 

 

X

rot

 

X

X

 

gelb 1

 

X

 

X

gelb 2

X

 

X

 

Muss z.B. für die Richtung grün der Antrieb 1 nach oben und Antrieb 2 nach unten geschaltet werden, so werden an den beiden Stellen jeweils ein “X” eingetragen.

Tipps:

Kontrollieren Sie die Tabelle in aller Ruhe mehrfach! Änderungen an dieser Stelle sind noch sehr einfach. Später muss man die Schaltung umlöten – hier muss nur radiert werden.

Stellen Sie die Tabelle für jede Weiche neu auf! Die Weichen unterscheiden sich je nach Einbaulage. Wie gesagt, hier kann man Fehler am schnellsten korrigieren.

Im nächsten Stritt müssen Sie feststellen, welche Steuerleitung welche Reaktion hervorruft. Lieber einmal zu viel mit einem Trafo testen, als später alles umlöten zu müssen.

Diode: 1N4001 … 1N4008

Schrauben Sie eine Lüsterklemme mit 4 Klemmen neben der Weiche fest. An die Klemmen schreibt man die Richtungen an (grün, rot, gelb 1, gelb 2).  Die Taster werden später mit diesen Lüsterklemmen verbunden.

Wer eine DKW in eine Weichenstrasse einbinden möchte, bereitet alles so vor, als ob er vier Taster hätte. Die Eingänge der Lüsterklemme werden dann einfach mit den Straßen verbunden, in denen sie geschaltet werden sollen. Also direkt mit dem Weichenstraßentaster.

Auf die Lage der Ringe achten – Die Ringe müssen von der Klemme weg zeigen!

Drehen Sie immer zwei Dioden, wie auf dem Bild gezeigt zusammen. Die Zusammengedrehte Seite kann noch verzinnt werden, dann können die Dioden beim Einschrauben in die Lüsterklemmen nicht auseinandergehen.

Die Zusammengedrehte Seite wird in die Lüsterklemmen geschraubt.

Bei einer DKW brauchen Sie vier solche Diodenpaare und bei einer EKW nur drei.

An die beiden Enden werden jetzt die Steuerleitungen der Antriebe angelötet. Fangen Sie einfach bei der “grünen” Klemme an und verbinden Sie alle Steuerleitungen, die in der “grünen” Zeile der Tabelle ein “X” haben. In unserem Beispiel also die Leitung Antrieb links oben und die Leitung Antrieb rechts unten. Immer nur eine Steuerleitung an eine Diode! Dann die rote Klemme usw.

Das Beispiel dient nur der Verdeutlichung der gesamten Konstruktion. Die Verbindung zwischen Dioden und den Antrieben ist das, was das Funktionieren oder nicht funktionieren ausmacht. Hier müssen Sie genau nach der von Ihnen aufgestellten Tabelle arbeiten.

Bei einer EKW gibt es nur drei Taster. Das bedeutet, dass nicht jede Steuerleitung an zwei Taster geführt werden muss. In der Tabelle ist also in zwei Spalten nur ein Kreuz. Die Steuerleitungen, die nur an einen Taster gehen brauchen nicht über eine Diode geführt werden.

Soll diese Schaltung in einer Weichenstraßensteuerung betrieben werden, so stellen Sie sich die Taster oben als Ihre Weichenstrassentaster vor. Die Weichenstrassentaster werden dann nicht wie sonst mit einem Antrieb sondern hier mit den Lüsterklemmen verbunden.

Denken Sie daran:

Wird ein Eingang also z.B. die Richtung grün in mehreren Weichenstrassen benutzt, so muss auch hier eine Diode zwischengeschaltet werden. Vergessen Sie dazu diese Schaltung. Stellen Sie sich die Lüsterklemme als einen speziellen Weichenantrieb vor und planen Sie die Schaltung so, als ob die Weiche einen Anschluss hätte, wie eine einfache Weiche.

Hier gibt es nicht nur rechts links sondern ein paar mehr Richtungen, aber am Prinzip ändert sich nichts.

Beispielgestaltung des Gleisbildstellpultes:

Wenn jetzt alles funktioniert kann es an die Rückmeldung gehen.

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