Gleisbau

Wir wollen hier einmal zeigen, wie bei der Deutschen Bahn AG Gleise verlegt werden. Leider habe ich das nur einmal gesehen und da hatte ich keinen Fotoapparat dabei.

Zuerst ist der richtige Unterbau wichtig. Dazu wird die Erde mit Walzen und Raupen fest gefahren. Darüber kommt eine Schicht, die aussieht wie trockener Sand. Diese Schicht wird mit Teermaschinen, wie sie im Straßenbau Verwendung finden, aufgebracht und ist recht fest. Die Schicht wird aber nicht waagerecht aufgebracht sondern fällt zu den Seiten ab, damit das Wasser nicht im Gleisbett stehen bleibt. Das Wasser, das seitlich abfließt, wird mit Drainagerohren gesammelt und mit einem Kanalsystem längs der Strecke abgeleitet.
Über der Sandschicht befindet sich der Schotter. Der Schotter hat relativ scharfe Kanten, durch die sich die Steine aneinander verkanten können und dem Gleis so einen festen Untergrund bieten. Der Schotter wird schichtweise aufgefahren und zwischendurch immer wieder verfestigt, in dem man mit Raupen darauf herum fährt. Mit den Raupen wird die oberste Schicht grade gezogen und ebenfalls festgefahren.

Wenn nun die Schiene verlegt werden soll, wird ein Metallgestell auf den Schotter gelegt, das so breit ist wie eine Schiene.
Die Schiene selbst wird montiert (Stahlprofile mit Schwellen) und wird auf spezielle Rollwagen gelegt. Das Stück Schiene ist etwa 100 Meter lang. Hier ein Foto von einem dieser Wagen:

Oben auf dem Wagen sieht man zwei U – förmige Halter. In diese Halter wird eine Schwelle der Schiene gestellt. Die 10 Wagen werden in gleichen Abständen unter der Schiene verteilt. Auf der Schiene, die auf den Wagen liegt, befinden sich spezielle Maschienen, die die Schiene an den Stahl Profilen festhalten können, die auf der Schiene fahren können und die die Schiene heben und ausrichten können. Hier ein Foto:

Die Schiene, die auf den Transportwagen liegt wird jetzt mit einem Bagger, der auf der Schiene fahren kann bis an das Ende der bisher verlegten Schiene geschoben. Am Ende der verlegten Schiene liegt das Metallgestell, die Wagen werden jetzt auf darauf weiter geschoben. Es dient als Schienenersatz. Wenn die neue Schiene jetzt auf dem Gerüst steht und am Ende des verlegten Gleises steht, halten die Maschinen die Schiene fest und heben sie von den Transportwagen hoch. Die Schiene hängt jetzt in der Luft. Durch die Wagen läuft ein Seil und der Bagger, der die Schiene bis zur jetztigen Stelle geschoben hat, zieht mit dem Seil die Wagen unter der Schiene weg und zieht sie wieder auf das bereits verlegte Gleis.

Auf der anderen Seite der Schiene (wo noch kein Gleis ist) steht eine große Raupe, die jetzt das Metall Gerüst weg zieht, auf dem die Schiene in die jetzige Position geschoben wurde. Unter der Schiene ist jetzt nur noch der Schotter. Die Maschinen lassen das Gleis langsam ab. Die Hydraulik Stempel können seitlich verschoben werden. Dadurch kann man die Lage der Schiene jetzt um insgesamt ca. 50 cm zur Seite verändern, wodurch man die Schiene noch ein bisschen grade legen und ausrichten kann. Wenn die Schiene liegt, werden die Greifer gelöst, die die Schiene halten und die Hebe Maschinen fahren hinter dem Bagger her um die neue Schiene zu holen.

Hier ein Bild von der gesamten Maschinen- und Wagen Flotte:

Man kann auf dem Foto sehen, das zwischen den Schwellen noch kein Schotter ist. Er wird einfach in die Schienen gekippt und mit einer Gleisstopfmaschine zwischen die Schwellen gedrückt und fest gepresst. Die Gleisstopfmaschine ist mehr ein ganzer Arbeitszug. Hier ein Bild:

Bei einem Besuch an der Baustelle konnte ich zufällig ein Foto von einem sehr seltenen Zug machen: Ein Schienen – Schleif – Zug: Wenn Züge sehr stark bremsen und die Achsen blockieren, entstehen Flachstellen an den Rädern und Unebenheiten an den Gleisen. Manchmal kann man die Flachstellen an den vorbei fahrenden Zügen auch hören. Diese Räder erzeugen an den Schienen auch wieder Macken und deshalb müssen die Schienen von Zeit zu Zeit abgeschliffen werden.

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