Kriegsbeginn

Altenbeken im Krieg

Mobilmachung

Im Anschluß an die Sudetenkriese vom September 1938 und den Einmarsch deutscher Truppen in die Resttschechei im März1939 führte das deutsche Expansionsstreben im August 1939 über die Frage des polnischen Korridors erneut zu akuter Kriegsgefahr. Diese Ereignisse, besonders ihre Auswirkungen auf die Eisenbahn, waren auch in Altenbeken deutlich spürbar, wo sie sich in kleinem Maßstab nachvollzogen.

Ende August und Anfang September 1939 wurden 130 Altenbekener zur Wehrmacht eingezogen. Am 1. September begannen die Feindseligkeiten. Zur Bewachung von Tunnel, Viadukten und Eisenbahnwasserwerken rückten Soldaten in Altenbeken ein. Zum Schutz der Viadukte gegen Flugzeuge ging eine Flak in Stellung. Für den Bahnhof Altenbeken war der 27. August der erste Mobilmachungstag; das Eisenbahnpersonal trug mit einem mal Gasmasken; Lebensmittelmarken wurden ausgegeben, die bereits ab dem 28. August galten.

In der Nacht vom 25. auf den 26. August 1939 wurde im Zuge der Mobilmachung nahezu der gesamte Verkehr im Reichsgebiet für kurze Zeit eingestellt. Statt des täglichen endlosen Stroms passierten plötzlich nur noch zwanzig Personenzüge den Bahnhof sowie einige „Stammgüterzüge“ auf kurzer Entfernung. Im Zuge der Mobilmachung wurde zur Freisetzung aller Reserven der sogenannte H-Plan (Höchstleistungsfahrplan) in Kraft gesetzt. Er sollte der Wehrmacht für den Aufmarsch gegen Polen einen großen Teil des rollenden Gutes kurzfristig zur Verfügung stellen und das Streckennetz für schnelle Truppentransporte freimachen. Dann rollten die Züge nach Osten. Nach dem schnellen Ende des Polenfeldzuges, zwischen dem 10. und 14. Oktober 1939, rollten wiederum täglich bis zu 50 Züge mit Truppen aus Polen durch Altenbeken an die Westfront. So erlebte Altenbeken die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges.

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