Wiederaufbau – 1

Kompletter Wiederaufbau 1948/50

Nachdem der Viadukt erst mal wieder benutzbar war, zeigten sich weitere Schäden. Zwischen Bogen 17 und dem Gruppenpfeiler 18 war ein Riß entstanden, der langsam größer wurde. Der Pfeiler 18 pendelte an der Spitze manchmal bis zu 10 cm hin- und her. Daher erteilte die Reichsbahndirektion Hannover am 17. Mai 1946 den Auftrag die Pfeiler 18 bis 23 freizulegen und zu kontrollieren, woraus die Fundamente bestehen. Man fand heraus, dass die Pfeiler 18, 20 und 21 auf einer 60 cm dicken Schicht aus Schotter stehen.

Am 20. März beschloss die britische Militärregierung zusammen mit der Reichsbahndirektion Hannover den zweigleisigen, kompletten Ausbau. Am 9. April 1946 wurde von deutscher Seite der Vorschlag gemacht, den Viadukt in Massivbauweise wieder aufzubauen. Die Briten bevorzugten jedoch die Stahlkonstruktion. Die Deutschen waren jedoch der Meinung, dass dies wegen der Krümmung des Viaduktes keine Dauerlösung sein konnte. Nach Verhandlungen wurde jedoch Ende 1947 ein Wiederaufbau in Massivbauweise bestimmt.

Anfang 1948 kam Dr.-Ing. Mecklenburg mit einigen Mitarbeitern nach Altenbeken und die Arbeitsgemeinschaft Beke-Viadukt wurde gegründet. Die eigentlichen Bauarbeiten begannen im Juli 1948.

Der Viadukt sollte in Massivbauweise errichtet werden, allerdings wollte man ihn nicht aus Bruchsteinen mauern sondern man wollte ihn betonieren. Die Bögen sind einen Meter dick. Auf der Südseite wurde der Viadukt mit Muschelkalksteinen verkleidet. Auf der nördlichen Seite wurden aus Geldmangel lediglich Fugen in den Beton geritzt um ein Mauerwerk anzudeuten.

In den Wintern 48/49 und 49/50 wurden die Arbeiten wegen schlechtem Wetter oder Geldmangel eingestellt.

Ende 1948 waren die Pfeiler 19 bis 22 fertig. Die stehenden Stahlstützen wurden teilweise in die Pfeiler 20 und 21 einbetoniert. Nachdem die Pfeiler fertig waren, wurden die Bögen 18 und 19 fertig gestellt. Im Oktober 1950 waren alle Bögen, Pfeiler 24 und das Ostwiderlager fertiggestellt. Damit waren die Arbeiten abgeschlossen. Das massive Sandstein Geländer wurde durch ein Eisengeländer ersetzt. Das Geländer wurde 40 cm weiter nach aussen gesetzt, wodurch der Gleisabstand von 3,50 auf 4 m vergrößert wurde.

Der Viadukt wurde am 2 Oktober 1950 wieder in Betrieb genommen. 

Auf den nächsten beiden Bildern erkennt man, wie dick die betonierten Bögen sind.

Eins der wenigen Fotos, auf denen man die Baracken der Arbeiter sehen kann.

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