Reparatur 2

Nach dem 4. Angriff vom 22. Februar 1945 wurde sofort mit den Reparatur Maßnahmen begonnen. Das Ostwiderlager wurde frei gelegt, die Schuttmassen wurden z.T. beseitigt

Die Loch im Viadukt war jetzt 75 m länger als nach dem 1. Angriff. Die Reparaturmaßnahmen wurden jedoch nicht abgeschlossen, da man der Meinung war, dass der Bau der Umgehungsbahn schneller zum Ziel führt als die Aufwendige Reparatur am Viadukt. Daher wurden am 20. März die Arbeiten am Viadukt eingestellt.

Die Arbeiter, die mit der Reparatur beschäftigt waren, wurden dann beim Bau der Umgehungsbahn eingesetzt.

Wiederherstellung des Viaduktes nach dem Krieg

Nachdem der Krieg zu ende war, wollte die Bahndirektion den Viadukt wieder hergestellt haben. Dies war jedoch nicht so einfach möglich, da viele Männer im Krieg gefallen oder noch in Kriegsgefangenschaft waren. Diejenigen, die noch lebten waren entweder schon zu Aufräumarbeiten eingeteilt oder sie waren Kriegsbeschädigt. Der geringe Rest der Männer litt unter der Hungersnot im Lande.

Die englische Besatzungsbehörde hatte noch am 25. Oktober 1945 gesagt, dass sie kein Interesse am Wiederaufbau des Viaduktes hätte. Diese Meinung änderte sich jedoch schnell und am 21. November 1945 folgte der Aufruf zur provisorischen Wiederherstellung des Viaduktes.

Diese Wiederherstellung sollte wieder mit den Stahlträgern erfolgen, wie sie bei der ersten Reparatur eingesetzt worden waren. Das Vorhaben wurde jedoch dadurch erschwert, dass die zu überbrückende Lücke im Gleis 75 m länger war als bei der ersten Reparatur. Die Pfeiler des Viaduktes waren durch die Bombentreffer in der näheren Umgebung in Mitleidenschaft gezogen worden. Dazu kamen noch die vielen Bombentrichter rund um den Viadukt. Der Untergrund war durch die Einschläge aufgelockert und durch ein Hochwasser der Beke am 11. August 1945 waren viele Bombentrichter voll Wasser gelaufen und erforderten besondere Beachtung durch die Arbeiter. Man wollte allerdings erst mal nur ein Gleis wieder in Betrieb nehmen.

Neben den Arbeiten am Viadukt wurden an den Strecken Aufräum- und Wiederherstellungsarbeiten durchgeführt.

Der Gruppenpfeiler 23 war durch den Luftdruck beim Einschlag der Bombe verschoben worden und sollte durch eine Betonmanschette stabilisiert werden. Das zerstörte Ostwiderlager sollte bis zur Unterkante des Bogens (Kämpferhöhe) neu betoniert werden. Der obere Teil sollte aus einem Stahlgerüst der britischen Armee gebaut werden.

Die Arbeiten gingen wegen Lebensmittel- und Materialmangel nur langsam voran. Dazu kam noch Frost von bis zu -10° C. Das Wasser für den Beton wurde vorgeheizt, so dass selbst bei diesen Temperaturen noch betoniert werden konnte.

Die englische Besatzungsbehörde hatten den 15. Februar für die Fertigstellung der Arbeiten am Viadukt festgelegt. Dieser Termin konnte jedoch nicht eingehalten werden, weil ein starker Mangel an Baumaterial und Arbeitskräften herrschte. Dazu kam noch ein Hochwasser der Beke am 9. Februar und so wurde der 20. März 1946 als Fertigstellungstermin festgelegt.

Aber auch dieser konnte nicht eingehalten werden, da der Bogen 23 wegen starker Schäden gesprengt werden musste. Die Arbeiten wurden daher erst Ende März beendet.

Die Belastungsprobe wurde am 1. Mai 1946 um 9:00 Uhr mit zwei schweren Dampflokomotiven der Baureihe 44 durchgeführt, die ein Gesamtgewicht von fast 400 t hatten. Der Viadukt wurde am 2. Mai 1946 offiziell wieder frei gegeben und durfte mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h befahren werden.

Durch diese Provisorische Wiederherstellung des Viaduktes brauchten die Menschen nicht mehr die 120 Stufen am Viadukt runter zu gehen und die Haltestelle vor dem Viadukt wurde geschlossen.

Hier die Belastungsprobe. Dazu wurden zwei Dampfloks der Baureihe 44 mit einem Gesamtgewicht von etwa 400 t auf die Brücke gefahren.

Im Vordergrund sieht man die zerstörte Kirche.

Hier sieht man die gesamte Hilfskonstruktion. Mit diesem Bild kann man sich das Ausmaß der Zerstörung vorstellen. Der überbrückte Bereich ist etwa 175 m lang.

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