Gründe

Gründe für den Bau des Viaduktes und des Rehbergtunnels

Der aufwendige Bau des Großen Viaduktes in Altenbeken wäre unnötig gewesen, wenn er allein im Zuge der Strecke Paderborn-Warburg gesehen wird. In diesem Fall hätte die Trasse südostwärts von Altenbeken ähnlich der im Zweiten Weltkrieg geplanten Umgehungsbahn am Hang entlang geführt werden können. Der Viadukt erhält erst in dem Augenblick einen Sinn, wenn er im Zuge einer Verbindung Ruhrgebiet-Magdeburg-Berlin gesehen wird, der von Preußen nachdrücklich gewünschten kürzestmöglichen Verbindung zwischen Köln und Berlin. Zu ihrer Verwirklichung war ein weiteres aufwendiges Bauwerk nötig, der Rehbergtunnel als Durchstich durch die Egge. Mit der Linie Altenbeken-Kreiensen-Magdeburg war gleichzeitig eine Verbindung nach Sachsen hergestellt, die günstiger als die Linien über Bielefeld/Hannover und über Warburg-Kassel war. Nach der Betriebsaufnahme ergaben sich infolge der Steigungsverhältnisse unerwartet große betriebswirtschaftliche Belastungen.

Der Viadukt lehnt sich im Westen an den Schierenberg an und erreicht in einer leichten Biegung den im Osten liegenden Sommerberg. Er beherrscht als großes, eindrucksvolles Bauwerk das Beketal, paßt sich aber mit seinen aus hellem Plänerkalk und braunem Eggesandstein errichteten Pfeilern und Bögen bruchlos in die Landschaft ein. Seine einfache und klare Bauweise vermittelt den Eindruck größter Tragfähigkeit, und die Harmonie seiner Linien macht ihn ohne Zweifel zu einem der schönsten Bauwerke dieser Art in Deutschland. Er hat eine Länge von 495 m, eine Höhe von 34,50 m und einen Radius von 940 m. 24 Bogenöffnungen weisen eine lichte Weite von je 15,70 m auf. Die Pfeiler haben in Kämpferhöhe (Da wo der Pfeiler in die Bögen übergeht.) die Maße von 8,47 m mal 2,82 m; jeder fünfte ist ein mit Sandsteinen verstärkter Gruppenpfeiler und mißt 8,47 m mal 5,65 m. Die Muschelkalkpfeiler sind mit Traßmörtel gemauert, die Krone liegt horizontal. Der Bau des Viaduktes erforderte erhebliche Anstrengungen. und stieß auf etliche Schwierigkeiten. Die Pfeiler etwa mußten wegen teilweise nicht tragfähigen Untergrundes auf einem System von eingerammten Buchenpfählen von etwa 50 cm Durchmesser und einer Länge von rund 8m gegründet werden.
 

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