Schwaney

Schwaney liegt an der Bahnstrecke von Altenbeken nach Warburg und gehört zur Gemeinde Altenbeken. Schwaney hätte damals einen Bahnhof haben können, das Dorf lehnte dies jedoch ab. Später hat dies dem Ort sehr leid getan.

Nachdem der Zug (in Richtung Warburg) den Bahnhof Altenbeken verlassen hat, kommt er dann zum Bahnhof Buke und dann an Schwaney vorbei.

Bei Schwaney gab es eine Schranke. Die Strasse führte vom Dorf aus in den Wald, der auf der anderen Seite der Bahn beginnt. Zu einer Schranke gehörte früher auch immer ein Schrankenposten. Die Schranken wurden von Hand hoch und runtergekurbelt, wenn ein Zug kam. Heute wird das alles voll automatisch erledigt. Da die Schranken ständig besetzt sein mussten, wurde neben der Schranke auch eine kleine Hütte gebaut, in der die Schrankenwärter auf den nächsten Zug warteten. Der Schrankenposten bei Schwaney hatte die Nummer 26.

Westfälisches Volksblatt vom 7.11.1956 (Mittwoch)

Trecker im Nebel vom Eilzug erfaßt
Bilanz: ein Toter, ein Verletzter, ein Häufchen Schrott

Schwaney. Wenige Minuten vor 8 Uhr ereignete sich am Dienstagmorgen am Bahnwärterposten 26 zwischen Neuen- heerse und Buke in Höhe des Dorfes Schwaney ein schwerer Verkehrsunfall. Als der 40 jährige Stephan Giesguth aus Elsen und sein Beifahrer Johannes Mertensmeier aus Gesseln mit einem Treckergespann im dichten Nebel die geschlossene Schranke erreichten, um Holz aus dem angrenzenden Walde abzufahren, gab ihnen der 60 jährige Oberschrankenwärter A. R. aus Iken- hausen die Ueberfahrt frei. In dem Augenblick, in dem sich der Trecker mitten auf dem zweigleisigen Bahnkörper

befand, brauste auf der Gefällstrecke von Neuenheerse der Eilzug 540 heran, der die Zugmaschine erfaßte, 23 Meter mitschleifte und völlig zertrümmert seitwärts an die abschüssige Böschung warf. Der Fahrer Giesguth erlitt bei dem Aufprall sehr schwere Verletzungen, denen er bereits auf dem Transport nach Paderborn erlag. Der Beifahrer Mertensmeier, der noch in allerletzter Sekunde abspringen konnte, wurde einem Paderborner Krankenhause zugeführt. Während der Wagen keine nennensweren Beschädigungen aufwies, blieb vom Trecker nur ein Häufchen Schrott übrig.


Das Westfälische Volksblatt berichtete am 15.7.1958:

Statt “Bude 24” jetzt Blockstelle Schwaney

Eine moderne Blockstelle ließ die Bundesbahndirektion Wuppertal am Schnittpunkt des doppelgleisigen Schienenstranges Neuenheerse-Buke und der verkehrsbelebten Straße Schwaney-Neuenheerse errichten. Dringend notwendig wurde diese Maßnahme infolge der Dürftigkeit und technischen Unzulänglichkeiten des alten Bahnwärterhäuschens mit der Nummer 24, das wohl noch in der Zeit entstand, als vor hundert Jahren die ersten Züge über diese Strecke rollten. Für die „gute alte Zeit“ genügte natürlich das nunmehr baufällige Wärterhäuschen. Aber die Verkehrsdichte, die sich in den letzten Jahren bis zu 150 Zügen je Tag steigerte, war „Bude 24“, wie sie im Volksmunde heißt, nicht mehr gewachsen. Sie hat ihre Zeit und Aufgabe erfüllt und wird abgebrochen. Der zweckmäßige Neubau, der den Namen „Blockstelle Schwaney“ trägt, wurde kürzlich in Betrieb genommen. In seinem fensterreichen Obergeschoss birgt er nicht nur eine Blockbedienung für beide Gleise, die eine wesentliche Zugbeschleunigung ermöglicht, sondern auch die Anlage für die Bedienung der Schranken und damit eine willkommene Arbeitserleichterung für die in drei Schichten tätigen Wärter, die bisher bei Wind und Wetter draußen an der Kurbel stehen mussten. Als unmittelbarer Nachbar schaut der liebliche Eggewald von allen Seiten in die großen Fenster des mit Licht, Wasser und Spülklosett ausgestatteten Gebäudes, das überdies eine eigene Kläranlage erhielt. Ein wenig überlegen und mitleidig blickt der stattliche Bau mit seinem breiten Haubendach auf den benachbarten ärmlichen Bruder, mit dessen Abbruch wieder ein Stück geruhsamer Vergangenheit verschwinden wird.

042 245-1 mit Sonderzug bei Blockstelle Schwaney

Das Foto wurde uns von Herrn S. Peter aus Westhofen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

www.lokbildsammlung.de


Westfälisches Volksblatt vom 20.2.1959

Bus durchbrach Eisenbahnschranke
vor dem nahenden FD „Komet“
Furchtbares Unglück soeben noch verhütet

Schwaney. Der zwischen Altenheerse und Paderborn verkehrende Linienbus entging am gestrigen Donnerstagmorgen gegen 6 Uhr einer furchtbaren Verkehrskatastrophe nur ganz knapp. Der vollbesetzte Bus durchfuhr bei Strassenglätte und dichtem Nebel die Schranke der Bahnlinie Altenbeken – Kassel beim Schwaneyer Stellwerk (Blockstelle). Auf den Gleisen kam der Bus zum Stehen. Der Fahrer gab jedoch geistesgegenwärtig sofort Vollgas und durchbrach den zweiten Schrankenbaum.

Der auf der Blockstelle diensttuende Beamte, Henke (Schwaney), brachte den im gleichen Augenblick heranbrausenden Fern-D-Zug Komet-49 (Zürich-Hamburg) zum Stehen. Hier bewährte sich erstmals das erst im Vorjahr eingerichtete Stellwerk. Denn früher wurden die Signale auf diesem Streckenteil vom Bahnhof Buke aus bewegt.

Ein furchtbares Unglück wurde so in letzter Sekunde verhütet, und ihren Anteil daran haben sowohl der Busfahrer wie auch der umsichtige Beamte auf der Blockstelle. Der Bahnübergang wurde von den Schrankentrümmern gesäubert, und der FD Komet konnte seine Weiterfahrt mit einiger Verspätung antreten.

Das ist der Bahnübergang zwischen Neuenheerse und Schwaney. Wann das Foto gemacht wurde, weiß ich leider nicht. Der Bahnübergang ist ungefähr an der Stelle, wo heute die L828 die Bahn überquert. Hinter dem Auto sieht man die Blockstelle Schwaney.

Am 20.10.1962 veröffentlichte das Westfälische Volksblatt einen Bericht, nach dem der Schrankenposten abgerissen und Brücke gebaut werden soll. Durch die schnelleren Züge, die dichtere Zugfolge und die Personaleinsparungen wurde man gezwungen eine Brücke zu bauen. Der Bau wurde für das nächste Jahr, also 1963, beschlossen und da wird dann auch der Schrankenposten abgerissen worden sein, nachdem er 110 Jahre lang in Betrieb gewesen ist.

Die Brücke im Jahr 2003 bei den Bauarbeiten. Das gesamte Schotterbett wurde ausgebaggert, der Untergrund mit Beton verfestigt und dann wurden die Gleise neu gelegt.

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