Buke

Bahnhof Buke – Bahnhofseinweihung im Jahre 1853

Als im Jahre 1853 die Bahnstrecke Paderborn – Altenbeken – Warburg gebaut wurde, war Altenbeken noch sehr klein. Daher gab es in Altenbeken keinen Bahnhof. Buke gehört zur Gemeinde Altenbeken.

Anders war es in Buke. Hier verlief die Strecke der Postkutsche. Die Bahnstrecke verlief von Paderborn bis Warburg und von da weiter nach Kassel. Im Bahnhof Buke konnte man in die Postkutsche nach Driburg, Steinheim und Höxter umsteigen.

Dadurch entwickelte sich Buke zu einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt der Region. Bereits durch den Bau der Bahnstrecke war der Wohlstand in Buke angestiegen. Die vielen Arbeiter, die für den Bau der Bahn gebraucht wurden, kamen teilweise aus Schlesien, Sachsen, Hannover, Braunschweig oder Hessen. Viele von Ihnen wohnten in Buke. Gerade auf dem Stück zwischen Buke und Neuenheerse mussten gewaltige Erdarbeiten bewältigt werden: Tiefe und lange Bahneinschnitte, sowie lange Dämme in den Wäldern. Zu der Zeit, als die Strecke gebaut wurde, gab es keine Maschienen, die dies hätten erleichtern können. Alle Erdarbeiten wurden mit Hacken, Schaufeln, Schiebekarren und Pferdefuhrwerken ausgeführt. Teilweise waren am Bau der Strecke bis zu 10 000 Arbeiter beschäftigt.

Im Frühsommer 1853 war es endlich soweit. Die Bahn war fertig. Am 21. Juli fuhr die erste Bahn der Westfälischen Eisenbahn über die zuerst noch eingleisige Strecke. Der Zug hatte auch einen Salonwagen, in dem der damalige König Friedrich Wilhelm IV. mit hohen und höchten Verwaltungsbeamten und Militärs saß. Unter anderem waren mit im Zug: Der Prinz von Preußen, der Kurfürst von Hessen, der Kommandeur des neu aufgestellten Husarenregiments Nr. 8, der Finanzminister und der preußische Bundesgesandte.

Der Zug fuhr von Warburg in Richtung Altenbeken und hielt in Buke. Buke hatte damals ca. 600 Einwohner. Entlang der Trasse standen jubelnde und winkende Menschen. Die Buker Schützen versammelten sich am Bahnhof, um den König zu begrüßen. Mit großen Augen betrachteten die Menschen die Lok und die Wagen.

Der Buker Bahnhof und der Güterschuppen wurden an dem Tag ihrer Bestimmung übergeben. Bei dem eigentlichen Bahnhofsgebäude handelt es sich um ein zweieinhalbgeschossiges Gebäude, dass aus Eggesandstein gebaut wurde. Es entspricht dem Bahnhof von Willebadessen, der zeitgleich gebaut wurde.

BF Buke im Jahr 2005

Ausfahrt Buke in Richtung Altenbeken

Der Güterschuppen von Buke. Das Gebäude ist heute in Privatbesitz.

Der Buker Güterschuppen während der Renovierung 2007.

Der Streckenabschnitt Paderborn – Warburg mit den Zwischenstationen Altenbeken, Buke, Neuenheerse und Willebadessen war das Resultat eines überarbeiteten Projektentwurfs. Ursprünglich war eine Linienführung über Lichtenau und Kleinenberg vorgesehen. Buke bekam durch die Königliche Kommission der Westfälischen Eisenbahn nach dem eingereichten Entwurf vom 21. Oktober 1849 einen eigenen, und, an der Größe des Ortes gemessen, stattlichen Bahnhof, der ein Stück Bahnhofsarchitektur der Mitte des 19. Jahrhunderts darstellt.

Zur verkehrstechnischen Anbindung an Driburg wurde festgelegt, dass der Bahnhof Buke einen unmittelbaren Anschluss an die Chaussee von Driburg nach Paderborn erhalten sollte. Im Jahre 1905 – 1907 musste die Bahnstrecke aufgrund der Verkehrszunahme zweigleisig ausgebaut werden.

Am 15./16. Mai 1966 wurden die alten mechanischen Signale der Bahnstation Buke stillgelegt und durch ein elektrisches Gleisbild – Stellwerk ersetzt.

Durch Rationalisierungsmaßnahmen verlor der Bahnhof Buke im Laufe der Zeit immer mehr an Bedeutung. Der Bahnhof Buke befindet sich nach dem Verkauf in Privathand. Die Familie bewohnt den Bahnhof und pflegt die riesige unter Denkmalschutz stehende Anlage seit 1998. Der sich gegenüber befindliche ehemalige Güterschuppen ist ebenfalls im Privatbesitz und wird renoviert.

1986 wurde das geschichtsträchtige Bahnwärterhäuschen an der Driburger Strasse in Buke abgerissen, automatische Halbschranken wurden errichtet.

Pro Tag passieren ca. 120 Güterzüge und ca. 35 Reisezüge den Bahnhof Buke. Am Wochenende sinkt das Verkehrsaufkommen rapide ab. (Stand 2003)

Lageplan Bahnhof Buke

Der ehemalige Abort

Stand früher näher am Bahnsteig.

Die Poststation in Buke

Aufschluss über die Hauptverkehrswege im früheren Hochstift Paderborn vermittelte die Straßenordnung vom Jahre 1777, die auch sämtliche Ortschaften benannte, denen die Instandhaltung als selbstverständliche Pflicht auferlegt war. Von den 15 aufgeführten Strassen ist der Ort Buke zwecks Instandhaltung ebenfalls genannt. Die von Paderborn über Buke, Driburg nach Beverungen führende Poststrasse Nr. 4 musste u.a. von Buke mitbetreut werden. Alle genanntebn Dörfer hatten für die Instandhaltung zu sorgen. Aber man sah alles nicht so eng, da man keine Fremden im Dorf haben wollte.

Es waren vielfach ausgefahrene Hohlwege, die sich bei Regen als teilweise unpassierbar erwiesen. Postkutschen hatten an allen Kreuzungen immer Vorfahrt. An schwierigen Kreuzungen und Wegestellen blies der mit auf dem Kutschbock sitzende Postillion ins Horn.

Das Netz des optischen Telegraphen bestand aus 61 Poststationen. Buke hatte die Nummer 34. Diese Station stand auf dem Brocksberg. Allerdings gehört dies einwandfrei zur Schwaneyer Gemarkung.

Dem Buker Bahnhof fiel besondere Beachtung zu. Es war nur ab hier möglich, weitere Postkutschen zu erreichen. Der Hof Versen hatte eine wichtige Bedeutung. In diesem Stall nahe des Bahnhofes standen die Postpferde unter. Sie wurden hier getauscht. Das weit über die Grenzen von Buke bekannte Versensche Gasthaus verlor ebenfalls durch den Bau des Altenbekener Bahnhofs im Laufe der Zeit an Bedeutung.

Eine eigene Poststelle bestand in Buke schon sehr früh, und zwar im Hause Seitz, das 1770 erbaut wurde und 1960 einem Neubau weichen musste.

Früher versorgte diese Posthalterei in Buke das Nachbardorf Altenbeken einmal pro Woche mit. Reisende aus Altenbeken mussten in Buke ein- bzw. aussteigen.

Die Postboten trugen die Post zu Fuß oder mit dem Fahrrad aus. Postpakete fuhren die Postbediensteten mit der Postkarre zu den Empfängern. Die alte Postkarre verschwand 1963 aus dem Dorfbild.

Am 1. Juli 1945 (nach dem Krieg) wurden die neuen Postschalter geöffnet. Am 1. August 1955 erhielt Buke eine eigene Poststelle, die 1960 dem Postamt Paderborn unter dem Leitbereich 4791 zugeordnet wurde. Im Jahre 1996 schloss die Poststaion in Buke. Seit dem gibt es nur eine kleine Postfiliale, die von Mitarbeitern der Bäckerei Goeken betrieben wird.

Der Bahnübergang in Buke ehemals Posten 28

Posten 28 im Jahre 1948

Posten 28 in Buke kurz vor der Schließung

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